Sozialneid oder maschinenstürmerei

Zurück ins mittelalter – connewitz soll dreckig bleiben? Schütten wir die abfälle und fäkalien bald auch wieder auf die straße. Geduscht wird nicht mehr! Im sommer waschen wir uns in der pleiße, oder wie. Wie sieht es bei dem daheim aus, der "c. bleibt dreckig" an die w.-heinze 26 gemalt hat? Ich finde macker auch doof die im könich heinz rummaulen, weil es ihren lieblings-single malt whiskey nicht gibt und dann fast noch pampig werden, weil es von dem wisky, mit dem sie sich dann begnügen müssen, nur noch eine flasche gibt. Eh abhauen und dann nach den ersten 4cl schon abkacken! Gehe, wo'de kommst, du alte scheiße. Ich bin auch nicht froh über ekelhaftes yuppiegesindel, was sich im viertel breit macht, weil c. ja so cool und angesagt ist. Aber ich finde leute ebenso ekelhaft, die einen verdienten connewitzer verprügeln, nur weil der sich in deren augen erdreistet, etwas kapital aus irgendeinem connewitz-mythos zu ziehen und interessierten menschen den stadtteil zeigt. Verprügeln wir bald auch die spaggen vom werkII, weil da zu viel auswärtiges- und südvorstadtvolk abtanzt?

Aber das sich städte verändern, dass in den quartieren umstrukturierungsprozesse stattfinden, dass passiert. Die band fehlfarben besingen das in einem song von ihrer 2002er lp "knietief im dispo" sehr passend: "was früher sozialer brennpunkt hieß, ist heut ein angeberparadies". Aber die kleinen häuslebauer in der auerbachstr. Die sich so einen bewohnbaren schuhkarton ins kiez setzen ließen, sind beileibe keine yuppies. Gut, sie haben mit den seit fast 20 jahren hier gewachsenen strukturen und befindlichkeiten nix zu tun, was ihnen jedoch nicht das recht abspricht, sich hier ihre nische zu suchen, vor allem nicht, wenn es so hilfsbereite und nette nachbarn sind, wie ferenc aus budapest. Oder hat mich von den "bewahrern" eines "gepflegt dreckigen" c. schon einmal jemand zum baumarkt gefahren, damit ich eine neue brille für die sanitärkeramik kaufen konnte und mir diese anschließend montiert. Danke, ihr sozialfaschisten, ich möchte nirgendwo wohnen, wo andere ausgegrenzt werden, nur weil sie einen dickeren gelbeutel haben. Ich mag den alten, morbiden, teils gammligen charme alter häuser auch. Ich mag aber auch häuser mit einem dichten dach, heizung und dichten fenstern. Als ästhet bevorzuge ich auch getünchte fassaden, und fußwege mit 10cm schicht hundekot finde ich widerwärtig. Aber bitte, erstickt doch im dreck!